Styrian Sounds 2026: Ein Fest für die steirische Musikszene – Zwischen Nostalgie und Zukunftsmusik
Wenn ich an die steirische Musikszene denke, fällt mir oft auf, wie die Zeit vergeht. Gerade erst hat man das Gefühl, eine Band entdeckt zu haben, und schon feiert sie ihr 30-jähriges Jubiläum! Genau das ist bei The Base der Fall, einer Band, die mir persönlich schon seit ihren Anfängen in den frühen 90ern ein Begriff ist. Norbert Wally und seine Mitstreiter haben mit ihrer Gründung von The Base quasi den Grundstein für die steirische Indie-Szene gelegt. Ihr erster Tonträger, „Jet Crash Kills“, erschien vor exakt 30 Jahren, und seitdem haben sie mit unglaublichen 140 Songs bewiesen, dass sie zu den produktivsten heimischen Bands gehören. Was mich daran so fasziniert, ist diese unerschütterliche Schaffenskraft. Es ist nicht nur eine Band, die Musik macht; es ist eine Institution, die über Jahrzehnte hinweg relevant bleibt. Und das Ende ist offensichtlich nicht in Sicht, denn ein neues Live-Album steht in den Startlöchern, gefolgt von weiteren Studioaufnahmen. Das ist eine Leistung, die Respekt verdient und zeigt, dass Leidenschaft und Ausdauer im Musikgeschäft auch heute noch Berge versetzen können.
Ein Festival, das die Seele der Steiermark widerspiegelt
Das Styrian Sounds Festival, das nun in seine 12. Auflage geht, ist für mich mehr als nur ein Musikereignis. Es ist eine Plattform, die das Herzstück der steirischen Popkultur repräsentiert. Mit rund 30 Acts, die auf zwei Bühnen im Grazer ppc auftreten, bietet es eine fantastische Gelegenheit, sowohl etablierten Künstlern als auch aufstrebenden Talenten eine Stimme zu geben. Was ich an solchen Festivals besonders schätze, ist die Möglichkeit, die Vielfalt und den Reichtum einer regionalen Musikszene zu entdecken. Es ist ein Spiegelbild dessen, was vor Ort wächst und gedeiht, und das finde ich unglaublich spannend. Es geht nicht nur um die Musik selbst, sondern auch um die Geschichten dahinter, die Menschen, die sie erschaffen, und die Gemeinschaft, die sie zusammenbringt.
Neue Gesichter und vertraute Klänge
Besonders aufregend finde ich die Live-Premiere von Johanna Gußmagg, besser bekannt als Jo the Man the Music, mit ihrem Debütalbum „Soft Skin“. Sie gilt als die aktuell heißeste musikalische Aktie der Steiermark, und das aus gutem Grund. Ihre Mischung aus den sanften Klängen einer Taylor Swift und den rockigen Selbstreflexionen einer Mitski verspricht eine faszinierende künstlerische Reise. Wenn man sich vorstellt, dass sie auch schon am deutschen ESC-Vorentscheid teilgenommen hat, wird klar, dass hier eine Künstlerin mit großem Potenzial am Werk ist. Aber auch das Elektropop-Duo Yukno mit ihrem neuen Album „Gute Nachtmusik“ oder das Indie-Trio Laurenz Nikolaus mit ihrem Austropop-Hit „Du bist wie“ zeigen, dass die steirische Musikszene ein breites Spektrum abdeckt. Und dann ist da noch die junge Soul- und R'n'B-Stimme aus Graz, Mary Pommer, die sich dem Publikum vorstellt. Diese Mischung aus Debüts und etablierten Acts ist es, die ein Festival wie Styrian Sounds so lebendig macht. Es ist ein ständiger Dialog zwischen dem Neuen und dem Bewährten.
Vom Newcomer zum Stadion-Füller: Die Magie des Aufstiegs
Ein Detail, das mich persönlich jedes Mal aufs Neue begeistert, ist die Entwicklung von Künstlern, die man auf kleineren Bühnen entdeckt und die dann zu Stars heranwachsen. Bibiza ist dafür das perfekte Beispiel. Erst im letzten Jahr als Newcomer beim Styrian Sounds Festival zu Gast, füllt er mittlerweile Stadien. Dass er sich trotzdem die Zeit nimmt, wieder auf dieser Bühne zu stehen, spricht Bände. Es zeigt, wo seine Wurzeln liegen und wie wichtig ihm die Unterstützung der heimischen Szene ist. Diese Geste ist für mich weit mehr als nur ein Auftritt; sie ist ein Zeichen von Dankbarkeit und Verbundenheit. Es ist diese Art von Aufstieg, die uns daran erinnert, dass hinter jedem großen Erfolg oft eine lange Reise mit vielen kleinen Schritten steckt, und dass die Wurzeln nie vergessen werden sollten.
Was diese Veranstaltung für mich so wertvoll macht, ist die Gelegenheit, die steirische Musiklandschaft in ihrer ganzen Pracht zu erleben. Es ist ein Fest der Kreativität, der Leidenschaft und der Gemeinschaft. Und wer weiß, welche neuen Talente wir in den kommenden Jahren auf den Bühnen des Styrian Sounds Festivals entdecken werden? Die Zukunft klingt vielversprechend, und ich bin gespannt darauf, was sie bringen wird.